Taktlos
Nach langer Zeit der Ruhe und des Friedens ist jetzt wieder etwas
passiert, was analysiert, verstanden und verziehen – also verdaut werden will
...
In diesem Bericht gebe ich mein Erleben und die für mich dadurch
entstandene Erkenntnis der mitfühlenden Liebe und deren Umsetzung wieder.
Für Schnelllerner hier das Wesentliche:
Ein Freund bezichtigte mich der Taktlosigkeit, ich fühlte mich schuldig.
Er zeigte mir, dass ich die Beurteilung meiner Aktion persönlich nahm, dadurch
fühlte ich mich noch schuldiger, bis ich auf die Idee kam die Reaktion des
Freundes
auf meine Taktlosigkeit zu untersuchen und ihm bewusst zu machen, dass er selbst
diese persönlich genommen hatte. Nach dieser Befreiung aus meiner Schuld stieg
in mir der Wunsch auf, man hätte mich für meine Taktlosigkeit getröstet,
anstatt verurteilt (bevor Dich jemand verletzt, hat er sich selbst viele male
verletzt!). Dies erkannte ich als Sehnsucht nach der mitfühlenden Liebe. Als
mir der Freund dann mitteilte, er habe sich für mich entschuldigt, konnte ich
vermeiden meinen Fokus auf emotionale Schuld zu setzten, wandte stattdessen bewusst die mitfühlende
Liebe an und tröstete ihn für die erlittene Demütigung.
Für Genießer meiner Erlebniswelt das Ganze viel ausführlicher:
Auf dem Lichtkongress (war Ende September) wurde mir so intensiv die
Botschaft „Du schenkst so viel und wo bleibst Du?“ (danke Tanja für das
unvergleichliche ‚Wie’!), oder „Du bist wie ein Leuchtturm der die
Menschen einlädt sich von Dir stärken zu lassen, weil Du das brauchst. Jetzt
ist es an der Zeit nach Innen zu gehen und Dich zu heilen“ (danke Alied, dass
ich Dich erkennen durfte!) überbracht, dass ich endlich bereit war dies für
mich anzunehmen und konsequent umzusetzen (Ende des Prozesses Kraft der im Mai 2005 begann).
Seither arbeite ich intensiv daran meine Energien bei mir zu behalten; mich vor dem Nähren Anderer nach meiner Absicht zu befragen (Auftrag/Eigennutz?) und so verstärkt meine ‚alten Sachen’ zu heilen. Der tägliche Gang in den Wald und der Einsatz von Bachblüten unterstützt diese Heilarbeit sehr. Zu Beginn zog ich meine Kraft des Tuns aus dem Glauben, das dies für nur kurze Zeit notwendig sei, bis ich wieder zu meiner Lieblingsbeschäftigung ‚Leuchtturm der Liebe für Andere sein zu dürfen’ zurückkehren könnte. Inzwischen wächst die Neugierde, was als nächstes kommt, denn ein Zurück will ich gar nicht mehr ...
Soviel zu den Randinformationen; nähern wir uns nun dem Ort des
Geschehens:
Vorgestern besuchten wir zum ersten mal das Energetische Dorf in
Angelbachtal (www.energetisches-dorf.de)
und nutzten die Unverbindlichkeit des Tages der offenen Tür. Es war spannend
den vielen Menschen zu begegnen, ohne sofort nach Hilfesuchenden Ausschau zu
halten und diese zu nähren. Ich ruhte in meiner Mitte und konzentrierte mich
auf mein eigenes Glück.
Dies fiel mir im September noch reichlich schwer (ich zog meine
Daseinsberechtigung aus meiner Schenkfreude), aber an diesem Tag machte es
richtig Freude, mich von dem Gruppenaustausch fernzuhalten und mich mit mir
selbst zu beschäftigen. Dabei nutzte ich auch die Einrichtung der
Kinderbetreuung und malte mir ein Bild. Zu Beginn nur des Malens wegen, dann
bemerkte ich, dass ich den Vordruck zu verändern begann und etwas erschuf, das
meinem Innersten entsprach.
Sachlich betrachtet war es ‚nur’ ein Augenpaar mit Stirn und
Nase in phantasiereichen Farben gemalt. Symbolisch war es ein Baumstamm mit
offener Krone, in dem ein Regenbogenkelch Segen empfing, mit dem Beobachter
(goldgelber Strahlenkranz in der blauen Iris), für den dies geschah. Emotional
brach ein großer Schmerz dabei auf, besonders wegen der blauen/orangenen Haut.
Energetisch floss heftig viel stärkendes und beglückendes. Mir wurde klar,
dass (auch) der Mensch den Kreis des Regenbogens schließt. Ich lies das
Bild auf dem Tisch liegen, denn es hatte seinen Dienst für mich getan und
wandte mich neuen Abenteuern zu ...
Später löste die Vorstellung mein Bild einer lieben Freundin zu zeigen
großes Vergnügen in mir aus. Deshalb ging ich mit ihr zu dem Bild und zeigte
es ihr mit den Worten ‚schau mal, das bin ich’. Dann erzählte ich ihr die
Symbolik. Als ich bemerkte, wie das Bild auf sie wirkte, bot ich ihr an es zu
behalten (und wieder mal geschenkt ohne an mich zu denken ... – geduldig üben
und sich verzeihen *stöhn*).
Zu dieser Zeit habe ich noch nicht mal bemerkt, dass ich wieder in
mein altes Muster gefallen war. Deshalb griff die Liebe ein und machte mir das
s e h r deutlich *kicher*, denn die so Beschenkte lief schnurstracks
auf unsere Freunde zu und wollte (meiner Meinung nach) alles sofort mit ihnen
Teilen. Plötzlich fühlte ich ein heftiges ‚Nein’ in mir. Ich wollte (noch)
nicht für alle sichtbar sein. Wie immer bei neuen Spielsachen, oder neuen
Erkenntnissen die meiner eigenen Entwicklung dienen, brauche ich etwas Zeit,
bevor ich es mit allen zu teilen vermag.
Also griff ich aus meiner Not heraus zu dem einzigen Mittel, das mir
einfiel um zu verhindern, was ich nicht wollte. Ich teilte der Beschenkten mit
Nachdruck mit, dass die Informationen nur für sie bestimmt waren (warum hatte
ich Vergnügen es jetzt schon mit ihr zu teilen???). Danach ging ich weiter, obwohl ich fühlen
konnte, dass die Energie ‚verrutscht’ war. Ich tröstete mich mit dem
Gedanken, dass es just die Menschen getroffen hatte, deren Geheimnistuerei mich
in der Vergangenheit oft selbst belastete.
Es war mir auch egal, ob die Informationen nun weitergegeben wurden
oder nicht, ich konzentrierte mich allein auf mein Bedürfnis noch nicht allen sichtbar zu
sein (warum auch immer ...).
Bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit kam das Thema (natürlich)
zur Sprache – keine Ahnung wer den Anstoß gab. Der Freund beschuldigte mich der
Taktlosigkeit und erklärte mir, das ich zum Zeitpunkt der Bildübergabe mein
Bedürfnis hätte ausdrücken müssen und nicht so spät, nicht vor den anderen
und schon gar nicht so, wie ich es getan hatte. Oh
weh ging es mir dabei beschissen! Selbst das Ansprechen der Beschuldigung
linderte meine Emotionslage nicht. Im Schnelldurchlauf, der durch Gewohnheit
entsteht, spielte ich Angeklagte und Richter, verurteilte mich und rupfte
dadurch jegliche Freude aus meinem Sein - ich fühlte mich schuldig!
Das entging meinem Freund natürlich nicht und so initiierte er eine
Rettungsaktion. Er zeigte mir, dass ich die Beurteilung meiner Aktion persönlich
nahm (wie fast immer). Manchmal hilft mir das, denn durch das aktive
Unterscheiden von Emotion, Gefühl und SEIN wird die Bereitschaft in mir
Situationen zu meinem
eigenen Wohle zu erkennen unterstützt. Aber diesmal kam die Rettungsaktion
zu spät, ich hatte meinen Fokus bereits auf Schuld und Leid gesetzt und deshalb
fühlte ich mich durch die Rettungsaktion noch schuldiger. Die Frage „wann
kann ich es endlich lassen, ‚alles’ persönlich zu nehmen?“ vernebelte mir
das Erkennen des Sinns der Rettungsaktion.
Im Laufe der ‚Aussprechzeit’ wälzte ich mein Verhalten gänzlich
aus, beleuchtete es von jeder möglichen Sicht, suchte Rechtfertigung zur
Befreiung meiner Schuld – bis ich auf die Idee kam von mir zu lassen und die
Reaktion des Freundes zu untersuchen. Wow, dass war für mich neu!!! Wieso
verurteilte er mich der Taktlosigkeit? Was wenn sein Urteil ‚falsch’ war und
ich ‚richtig’? (Anmerkung: durch diesen Umkehrschluss befreite ich mich von
meinen Schuldemotionen.) Ich witterte Morgenluft und machte ihm bewusst, dass er
selbst seine Reaktion auf meine Aktion persönlich genommen hatte.
Da meine geschärfte Sicht (Achtsamkeit) auf mich und meine
Verhaltensweise noch bestand, fiel mir der Energiezuwachs auf und ich fragte den
Freund, ob dies eine der Situationen sei, in denen er sich mir argumentativ
unterlegen fühlen würde. Er bestätigte dies. Ich glich die Energien aus und
freute mich riesig darüber, endlich auch dafür ein Beispiel gefunden zu haben
und verankerte das Gefühl mit dem Begriff ‚Morgenluft des Ichs’ tief in
mir. In Zukunft wird mir dieses Gefühl helfen, eventuell von meinen Mitmenschen
abgezogene Energien
auszugleichen.
Als ich die Befreiung aus meinen Schuld- und Leidgefühlen genoss und mich für die gute Arbeit ehrte, stieg in mir der Wunsch auf, man hätte mich für meine Taktlosigkeit getröstet, anstatt verurteilt. In diesem Moment erkannte ich die Sehnsucht nach der mitfühlenden Liebe. Begriff was mit dem Satz gemeint ist „bevor Dich jemand verletzt, hat er dies selbst schon tausendmal bei sich getan“. Die Sehnsucht nach Trost lebt in diesen Momenten tief im Unterbewusstsein, aber an jenem Morgen fühlte ich sie so deutlich wie nie zuvor.
Obwohl die ‚Aussprechzeit’ beendet war und der Freund den Raum schon
verlassen hatte, drehte er sich plötzlich im Türrahmen nochmals um und teilte
mir just nach meinem bewegenden Erkennen mit, er habe sich für meine
Taktlosigkeit bei den anderen entschuldigt. Diese Wichtigkeit hatte er bisher
mit keinem Wort, oder Gedanken erwähnt. Warum gerade jetzt???
Ich begriff – es stand an, mir nochmals die Möglichkeit zur
Entscheidung zu schenken! Diesmal entschied ich mich gegen den Fokus auf meine
emotionale Schuld (die Emotionen waren trotzdem da, aber weit weniger heftig),
wandte stattdessen bewusst, wie ich es mir in solch einer Situation gewünscht hätte, die
mitfühlende Liebe an und tröstete ihn für die erlittene Erniedrigung mit den
Worten „ich danke Dir aus ganzem Herzen dafür, dass Du Dich für mich gedemütigt
hast“.
Das Ergebnis war friedlich. Ein weiteres Kämpfen wurde vermieden,
aber es war weniger beglückend als ich erwartete, eher so, als würde mein Satz
an ihm vorbeiziehen. Ich prüfte meine Absicht und fühlte, dass alles von mir
heute für diese Situation mögliche, umgesetzt worden war. Blieb nur noch die Frage, warum
der Freund
anders reagierte als ich erwartet hatte. Das wollte ich ganz genau wissen,
deshalb habe ich nachgehakt und ihn nach seiner
Erlebniswelt gefragt.
Für den Freund war der Trost nicht zu erkennen gewesen. Bei ihm
kam ein „Du brauchst Dich für mich nicht zu entschuldigen“ an. Es ist
spannend zu erleben, wie die subjektive Sicht aus einer persönlichen Welt die
‚Wirklichkeit’ verzerren kann. Es gibt viele Gründe dafür, warum er meinen
Trost noch nicht erkennen konnte. Beispielsweise, könnte er so fest mit meiner üblichen
Reaktion gerechnet haben, dass sein Gehirn mit einer Erinnerung das Jetzt
überlagerte. Oder er hat noch die Emotionen von Schuld und Rechtfertigungsstreben in mir fühlen
können.
Vielleicht liegt der Grund aber auch darin, dass weitere Sätze folgten in denen
er mir erzählte, wie ihn die anderen entschuldeten, denn schließlich bin ich
ja ‚die Böse’ gewesen und nicht er ...
Jaja, an dieser Stelle hat mein kleines Menschlein (anderes Wort für
Ego) reagiert und den Spieß umgedreht mit dem Vorwurf, warum spirituell so
hoch entwickelte Menschen mich immer noch der Taktlosigkeit bezichtigen müssen und noch
nicht in der Lage sind, ihren Fokus vom eigenen Leid weg und zu der mitfühlenden
Liebe hin bewegen können *hihihi* - so ist es halt, das Ego, immer auf Angriff
und Forderung geeicht. Zum Glück weis ich zu entscheiden, ob ich auf es hören
mag, oder meinem machtvollen Geist den Vorzug geben will! Auf jeden Fall hat
diese Aktion meines Ichs mir im Ansatz gezeigt, wie sich ein selbstbewusster
Mensch so fühlt – das wird auch zeit, denn ich arbeite daran mein Selbst
loszulassen *kicher* ...
Mag sein dass ich wieder mal Pionier einer neuen (eigentlich uralten) Denkweise bin und viel zu wenig Hintergründe beschrieben habe. Es kann auch der Eindruck vom 'Siegeszug des Egos' entstehen - wer weis? Also müsste ich noch viel mehr Hintergründe erklären, aber sie währen nie genug, weil jeder seine eigene Wahrnehmungswelt besitzt. Solltest Du Fragen haben, lade ich Dich ein mit mir in Kontakt zu treten und sie mir zu stellen. Noch freudiger empfände ich die persönliche Begegnung mit Dir an einem meiner organisierten Treffen. Das Ziel dieses Berichtes lag darin von einer erlebten Situation zu berichten, und zwar genau so wie ich sie erlebt und empfunden habe. Dabei nehme ich (bis auf die Namennennung) auf nichts und niemanden Rücksicht, denn dies würde den Bericht verfälschen (d.h. ich würde 'lügen'/beschönigen).
Mir war es ein Bedürfnis diesen Meilenstein meiner Entwicklung
(entdecken der Sehnsucht nach der mitfühlenden Liebe und das Durchbrechen der
Schuldemotionen ) schriftlich festzuhalten, und das habe ich zu meiner Freude getan.
Ich Bin Brigitte und dies ist meine erlebte Wahrheit.