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Selbstaufgabe

In meiner christlichen Vergangenheit hatte ich viele Gelegenheiten verwirrende und verfälschte Informationen aufzunehmen. Das lag auch daran, das ich wie jeder Mensch meine eigene Erlebnis- und Erfahrungswelt habe, die ich gerne als persönliche Realität bezeichne. Alle Informationen passieren ein sogenanntes Raster der Bejahung. Passt eine Information nicht in dieses Raster, wird sie ignoriert, oder verändert. Es entsteht das, was in der allgemeinen Realität Missverständnis genannt wird.

Die Kirchen bieten sowohl Informationen für die Seligkeit, als auch die der Verdammnis. Es ist also wahrhaftig so, dass jeder Gläubige entscheidet, welche der angebotenen Informationen er annehmen, umsetzen, beherzigen, oder ignorieren will! Gut 25 Jahre meines Lebens habe ich die Lehre der evangelischen und katholischen Kirche angewandt und alles mögliche (und unmögliche) versucht, mit den angebotenen Informationen meinen inneren Frieden zu finden. Es ist mir nicht gelungen. Irgendwann stellte ich fest, dass es auch mir unmöglich war eine längere Zeit zu leben, ohne zu sündigen...

Geprägt durch die von mir akzeptierten Glaubenssätze meiner Familie habe ich vieles vom Christlichen Glauben für die eigene Entmündigung, Demütigung und Opferrolle eingesetzt. Auf meinem Entwicklungsweg sind mir viele mögliche Erklärungen, warum ich dies tat, begegnet. Heute weiß ich, dass eine Erklärung nur dann wichtig wird, wenn man auf der Suche nach einem Schuldigen ist.

Ab einer bestimmten Entwicklungsstufe der Bewusstheit beginnt man den Lebensplan zu erkennen und spätestens dann weiß man, dass es genau so sein sollte, wie es war, damit das was kommen soll, auch kommen kann...

Zur Verdeutlichung ein Beispiel aus meiner Vergangenheit: Früher war es eine auffällige Eigenart meiner Persönlichkeit, dass wenn die mögliche Existenz eines Fettnäpfchens am Horizont auftauchte ich irgendwie das dringende Bedürfnis hatte darin zu baden! Auch habe ich die Gabe, Gewohntes auf kreative Art und Weise zu tun. Das sorgte für viel Bewegung in meiner Umgebung (grins). Beides versetzte die Menschen meiner damaligen Umwelt in die Lage mir die ‚Wunde des Falschmachens/Schuldigfühlens’ zu setzen, die ich (warum auch immer) haben wollte.

Mein Anliegen ist es nun allen Interessierten aufzuzeigen, dass die Selbstaufgabe wirklich nichts mit der angestrebten Demut oder der Überwindung des Egos gemeinsam hat. Nach meiner Erfahrung ist das genaue Gegenteil der Fall! Meine Sicherheit dies zu behaupten gründet darin, dass ich binnen weniger Jahre meinen inneren Frieden gefunden habe...

Hier nun meine Sichtweise: Durch das trainierte, oder erlernte Beurteilen jeglicher Situation in Gut oder Böse wird Dualität erzeugt. Dualität ist die Getrenntheit des EINS-SEINS. Genau dadurch wird es erst möglich ein Ego zu bilden!!!

Das Ego richtet sich nach den Mustern, die wir in unserer Vergangenheit bereit waren anzunehmen. Das gilt sowohl für das geltende Bewertungssystem, als auch für die Intensität des Urteilens. So hat das Ego u.A. die Aufgabe uns aufzuzeigen, was wir alles falsch machen, um dies in der Zukunft zu vermeiden. Genauso gut kann uns das Ego helfen vor anderen gut dazustehen, damit wir angenehme Gefühle erleben usw.

Das Ego zu überwinden bedeutet für mich, sich in alltäglichen Situationen immer wieder neu für das EINSSEIN zu entscheiden. Das ist der Weg des Herzens, denn nur durch die Liebe gelingt das Erlernen in die Einheit zu gehen. Der Weg in die Einheit führt dazu mit dem Beurteilen, oder dem Bewerten aufzuhören. Bis man wirklich mit dem Bewerten/Beurteilen aufhören kann, hat man die Selbstliebe und die Eigenverantwortung aktiviert. Auf dieser Stufe ist die Dualität überwunden und die ursprüngliche Einheit erreicht.

Hier nun einige Beispiele meiner gemachten Erfahrungen:

Ø      Anstatt seine Bedürfnisse zu unterdrücken, wird es wichtig sie wahrzunehmen.

Ø      Anstatt sich zu demütigen (wer sich erniedrigt wird erhöht werden...), ist es wichtig sich lieben zu lernen.

Ø      Anstatt sich anzuklagen, lernt man sich (so wie man wirklich ist) zu akzeptieren und anzunehmen.

Ø      Statt eines Armutgelübtes (betteln = demütig sein) lernt man die Fülle von Allem-Was-Ist zu erkennen und begrüßen.

Ø      Anstatt der Angst vor der Hölle, lernt man sich der Liebe die alles umfängt voller Vertrauen hinzugeben.

Ø      Anstatt sich ständig mit der Lupe nach Fehlern zu untersuchen, glaubt man an sich selbst.

Ø      Anstatt sich ständig einzureden, welch ein Sünder man doch ist, lernt man seinen Selbstwert aufzubauen.

Ø      Anstatt sich des Stolzes zu bezichtigen, freut man sich daran aufgerichtet die Seele des Anderen durch Augenkontakt zu begrüßen.

Ø      Anstatt sich klein zu machen, lebt man seine Macht und Größe und dient dadurch wahrhaftig jedem Menschen der einem begegnet.

Ø      Anstatt sich über die Meinung Anderer zu definieren, findet man zu sich selbst zurück.

Ø      Anstatt sich einer Obrigkeit zu unterwerfen und dessen Regelwerk zu verinnerlichen, lernt man die Eigenverantwortung zu leben.

Durch die wachsende Eigenliebe, die Achtsamkeit gegenüber den eigenen Bedürfnissen, die erwachende Bereitschaft zur Eigenverantwortung und das gesundende Selbstwertgefühl, ist die Basis für die Rückkehr (Aufstieg) in die Einheit geschaffen.

Man ist bereit alles was existiert auf seine Art und Weise zu respektieren. Man ist bereit den Anderen als Teil des eigenen Ichs sehen zu wollen und ihn so zu akzeptieren wie er ist (Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst). Man begreift wie viel Schönes auch im Hässlichen zu finden ist. Man erkennt wie viel Liebe einen umgibt, ist bereit diese anzunehmen und beginnt dadurch sie auszustrahlen.

Dann ist es nur noch ein kleiner Schritt zu der Aufgabe des Egos. Man braucht keinen Schutz mehr, kein Erkennen und Merken von Gut oder Böse. Man weis, dass man wie ein Wassertropfen eine eigene Einheit ist, auch wenn man mit dem Ozean verschmilzt...

Das Selbst kann sich Kraft des Gedankens zu jeder Zeit abgrenzen, oder reflektieren. Trotzdem empfinde ich den natürlichen Zustand des Selbst wie ein Ei, oder eine Zelle. Die Zelle ist eingebettet in ein Vielfaches und gemeinsam bilden diese Zellen etwas, das wiederum eingebettet ist in etwas Anderes...

ICH BIN Brigitte und dies ist meine Wahrheit.