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Sektenangst

Das Wort „Sekte“ ist negativ belegt. Hier stelle ich meine Sichtweise dar. Sie ist ohne Bezug auf die vielen Horrorgeschichten die über Sekten erzählt werden. Mein Ziel ist es die diffusen Ängste zu beschreiben, die uns daran hindern das zu tun, was uns ein Leben voller Wohlbehagen bescheren kann. Weit verbreitet ist die Angst manipuliert zu werden, oder in die Fängen einer Sekte zu geraten.

Letztens hatte ich Kontakt zu einem lieben Menschen. Sie erzählte mir, sie habe zusammen mit ihrem Lebensgefährten meine Homepage besucht und er habe sofort gemeint, ich währe eine Sektiererin. Im ersten Moment habe ich das als sehr lustig empfunden, denn ich bin davon überzeugt das ich jedem Menschen seinen freien Willen lasse und diesen respektiere.

Als ich später bemerkte, das mich die Aussage trotz des empfundenen, großen Vergnügens beschäftigte, fühlte ich die Resonanz, die das Urteil eine Sektiererin zu sein in mir auslöste. Also begann ich zu hinterfragen, was eine Sekte ist, und wodurch sie zur Sekte wird.

Nebenbei fragte ich viele meiner Mitmenschen, was für sie eine Sekte ist. Ich rief auch bei dem „Referat Sekten und Weltanschauung“ der katholischen Kirche an, denn ich mache mir gerne ein ganzheitliches Bild. Es waren spannende Ansichten darunter.

Jetzt habe ich mir meine Meinung gebildet und diese will ich Dir mitteilen. Aus der Vielfalt aller Informationen ergibt sich für mich folgendes Bild:

  1. Es gibt Gruppierungen, die gemäß ihrer Glaubenslehre alles andere abwerten, oder verurteilen und das Wort „Sekte“ dafür nutzen.

  2. Es gibt Menschen, die sich selbst ein diffuses Bild von Sekten gemacht haben, ohne dieses Bild zu hinterfragen, denn das Wichtigste ist, man schützt sich „davor“.

  3. Hinter allem steckt die Sehnsucht nach Klarheit und Sicherheit.

Mir ist durch die Analyse klar geworden, das ich auf viele Menschen aus der Ferne wie eine Sektiererin wirke und das will ich akzeptieren, denn jedes geliebte Wesen darf sich seine Erlebniswelt selbst gestalten.

Bleibt die Frage nach den Ängsten selbst. Ängste sind für mich ein riesiges Thema mit komplexer Struktur. Als ich Anfang des Jahres 2005 darüber eine Botschaft geschrieben habe, erkannte ich, das ich noch viel mehr darüber lernen will, bevor ich meine Sichtweise veröffentliche.

In Bezug auf die „Sektenangst“ mache ich eine Ausnahme. Viele Menschen haben große Angst davor, dass ihnen etwas eingeredet wird, das sie in eine schwer abzuschätzende „Gefahr“ bringt und sie dabei ihr Seelenheil riskieren könnten.

Wir verfügen oft über ein Halbwissen wie Menschen manipuliert werden, haben unsere Erfahrungen gemacht, wie es ist, wenn uns ein anderer Mensch eingewickelt hat, zu seinem Vorteil und zu unserem Nachteil, und haben uns geschworen, das wir beim nächsten mal besser aufpassen wollen.

Das ist die Mischung, die uns vor allem Unbekanntem/Neuem zurückschrecken lässt. Lieber bleiben wir bei unseren bewährten/gewohnten Ansichten und wiegen uns in vermeintlicher Sicherheit, als ein Risiko einzugehen und dabei verletzt zu werden, oder gar unser Seelenheil zu verlieren.

Viele Jahre meines Lebens habe ich ebenfalls ganz genauso gedacht. In meiner damaligen Erlebniswelt habe ich sehr viel Kraft aufgewendet dem „lieben Gott“ gerecht zu werden. Meine inneren Gefühle und Fragen, wie es denn zusammen passt, das ein liebender Gott so rachsüchtig ist und so unverzeihlich über jede meiner Sünden Buch führt, unterdrückte ich.

Sobald mir jemand etwas über Selbstbestimmung erzählte, war es für mich ganz klar, das dieser Mensch vom Teufel geschickt wurde, um mich zu versuchen – usw.

In mir war stets ein leises Stimmchen, das mir von der Liebe erzählte, von Vertrauen und Glauben, das alles in seiner Ordnung sei, aber auch dies wertete ich damals als unmöglich ab, denn ich war davon überzeugt eine Sünderin zu sein...

Aus diesem Grunde kann ich heute die vielen lieben Wesen die diese Auffassung leben wollen verstehen, und sie in ihrem Glauben lassen. Meine Wahrheit ist eine andere und ich lebe meine Wahrheit, verantworte sie selbst und stehe dazu.

Der Weg dahin war lang und beschwerlich, denn ich habe es mir selbst sehr schwer machen müssen. Der Grund? Ich habe als Kind den Satz verinnerlicht, das der leichte Weg direkt in die Hölle führt!

Irgendwann in meinem Leben war ich so verzweifelt auf der Suche nach meinem Weg, so hoffnungslos es jemals zu schaffen, das ich mit meinen alten Sichtweisen brechen konnte. Ich prüfte meine Glaubenssätze Stück für Stück und lernte zu unterscheiden, wann ich etwas aus Gewohnheit nachplapperte, oder was ich wirklich aus meinem Innersten heraus glauben konnte.

Ich bemerkte bei dem Studieren vieler Bücher, das ich eigentlich nur das wirklich glaubte, was meiner inneren Überzeugung entsprach. Alles andere vergas ich schnell, oder war mit Zwang behaftet und löste in mir Zweifel und Wiederwillen aus.

Aus meiner Überzeugung heraus weis niemand auf dieser Erde wirklich, was nach unserem Tode geschieht. Alles was vertreten wird, sind Ansichten, Meinungen, Sichtweisen, Überzeugungen von anderen Menschen, die diese mehr oder weniger überzeugend/wissenschaftlich darstellen. Warum es trotzdem geglaubt wird, hat mit der Tatsache zu tun, das wir Hoffnung brauchen um unser Leben als lebenswert erkennen zu können.

Wer sich mit den Philosophen dieser Welt, ihrer Sichtweisen und die Ansichten der damals jeweilig existierenden Meinungen der Gesellschaften beschäftigt hat, der wird meine Sichtweise als das, was sie ist sehen – als meine eigene individuelle Interpretation dessen, was ich in meinem Leben erfahren habe.

Genau so ist es mit dem Wort „Sekte“. Die Bedeutung dieses Wortes ist für jeden Menschen unterschiedlich. Sie unterscheidet sich ebenfalls von Land zu Land. Stellt man einem Menschen die Frage, was denn eine Sekte sei, bekommt man ausweichende Antworten. Stellt man die Frage „was macht für Dich eine Sekte aus?“ kann man die Angst vor Manipulation sehr deutlich wahrnehmen.

Was gibt einem also die ersehnte Klarheit und Sicherheit? Meiner Meinung nach das, was jeder für sich selbst als wahr akzeptieren will. Was hindert uns daran, bewusst für uns allein zu entscheiden, was wir als Wahrheit sehen wollen? Meistens der irrige Glauben, das es nur eine einzige Wahrheit gibt und diese von Außerhalb meines Innersten kommen muss.

Hinterfragt man jedoch gezielt die Wahrheit, stellt man schnell fest, das jeder einzelne Mensch eine andere Sichtweise auf die Wahrheit hat – eben seine eigene. Mit dieser Erkenntnis kann man eine Menge anfangen. Sobald man bereit ist, die eigene Sicht auf die Wahrheit als wahr annehmen zu wollen, ist die Abhängigkeit von der Meinung Anderer viel geringer.

Es wird dadurch auch leichter seine eigene Sichtweise zu vertreten, denn diese entspricht der eigenen, inneren Wahrheit. Niemand kann Dich mehr manipulieren indem er/sie Dir sagt, was Deine Wahrheit sein sollte, denn nur Du kennst sie!

Wir werden tagtäglich manipuliert. Durch die Medien, durch unsere Sinne, durch unsere vorgefasste Meinung über etwas, oder jemand. Wir manipulieren bewusst, oder unbewusst auch unsere Umgebung. Selbst ein neugeborener Mensch manipuliert bereits seine Umgebung, um das zu erhalten, was er zum überleben braucht.  Deshalb bin ich der Ansicht, das die Manipulation etwas ganz natürliches ist, wovor man keine Angst haben muss. Es geschieht jeden Tag oft ohne das wir es merken (z.B. in der Werbung, wer überprüft all die Behauptungen, die dort aufgestellt werden?).

Deine Achtsamkeit sollte deswegen weniger der Manipulation als solches, als viel mehr Deinem Wohlbehagen gelten. Wirst Du zu etwas geführt, was dieses steigert, ist der Weg dahin doch egal – oder?

Wodurch können wir also Sicherheit bekommen? Durch die Kraft Deiner Selbstverantwortung. Sobald Du Dich entschieden hast, das Dir Dein Wohlbehagen wichtig ist, werden die Manipulationen die dem abträglich sind aufhören Dich zu beeinflussen. Du fühlst, was von dem was Andere Dir mitteilen in Dir Wohlbehagen auslöst. Du wählst was Du für Dich annehmen magst usw.

Bleibt die Gefahr vor dem Unbekannten. Was habe ich zu befürchten, wenn ich mich wichtig nehme? Wann bin ich ein Egoist? Wie wird meine Umgebung reagieren, wenn ich mich anders verhalte? Kann es wirklich sein, das ich „richtig“ bin und meine Umgebung „falsch“?

Was war mit dem Esel, der auf das Eis ging, weil es ihm so wohl war? Was ist mit den Vögeln, die morgens pfeifen und abends von der Katz gefressen werden?

Darf es mir wirklich gut gehen? So vieles spricht dagegen.

Aus meiner persönlichen Sicht, lebe ich die Überzeugung, das jeder Mensch das Recht hat sich wohl zu fühlen. Aus der Sicht unserer Gesellschaft haben wir aus dem Recht zu Leben eine Pflicht zu Leben gemacht – die Pflicht zu Leisten und unseren Verpflichtungen nachzukommen. Daraus ergeben sich viele Gelegenheiten Andere zu unterdrücken und Macht ohne Liebe zu leben.

Ich persönlich will der Freude am Leben Ausdruck geben und mein Wohlgefühl ist für mich mein Leitfaden. Sobald ich auf mich und meine Bedürfnisse achte, ist die Tür zur  Lebensfreude offen. Habe ich gelernt mich zu lieben wie ich bin, brauche ich Andere nicht mehr schlecht zu machen, um gut dazustehen.

Lerne ich mich selbst zu akzeptieren wie ich bin und höre auf mich zu richten und zu verurteilen, hat die Liebe Raum zu erblühen. Du wirst sie ausstrahlen und plötzlich ist es einfach seinen Nächsten zu lieben wie sich selbst. Hat die Lebensfreude in Deinem Leben Raum erhalten, trägst Du die Freude in Dein Umfeld. Hast Du verstanden, was Liebe wirklich ist, fühlst Du Dich Eins mit der Schöpfung.

Zurück zu der Frage Sekte, oder nicht Sekte? Als Entscheidungshilfe biete ich Dir hier eine kopierte Liste von möglichen Erkennungsmerkmalen an, die ich persönlich brauchbar, weil auf das ganze Leben anwendbar, finde:

Fliehen Sie
vor den Lehrern, die sich als "höhere, auserwählte oder erleuchtete Menschen" ausgeben.

Fliehen Sie
vor denen, die verlangen, dass Sie Ihre familiären oder sozialen Bindungen abbrechen.

Fliehen Sie
vor denen, die Ihnen verbieten sich mit den Menschen zu treffen, die Sie gerne sehen möchten.

Fliehen Sie
vor denen, die mit Drohungen arbeiten oder Ihnen Angst machen.

Fliehen Sie
vor denen, die von Ihnen verlangen zu glauben und nicht zu verstehen und nachzuprüfen.

Fliehen Sie
vor denen, die behaupten alles verstanden zu haben und nichts mehr zu lernen brauchen.

Fliehen Sie
vor denjenigen, die sich selbst oder ihren Vertretern gegenüber absoluten Gehorsam verlangen.

Fliehen Sie
vor denen, die andere Wege schlecht machen.

Fliehen Sie
vor denen, die nur ihre eigene Lehre für gut befinden.

Fliehen Sie
vor denen, die Ihnen vorschreiben wenig zu schlafen und zu essen und Ihnen alle möglichen Praktiken beibringen, die Sie körperlich schwächen.

Fliehen Sie
vor denen, die von Ihnen verlangen zu beichten.

Fliehen Sie
vor denen, die Ihnen Schuldgefühle einreden.

Fliehen Sie
vor denen, die keinen Humor haben.

Fliehen Sie
vor denen, die Ihnen das Paradies nach dem Tod versprechen, vor allem wenn Sie dafür bezahlen müssen!

Fliehen Sie
vor denen, die Ihnen die Hölle verheißen, wenn Sie sich nicht bekehren lassen.

Fliehen Sie
vor denen, die stereotype Haltungen, gleiche Arten zu sprechen, sich zu setzen, zu bewegen und zu kleiden annehmen.

Fliehen Sie
vor denen, die sich für Propheten oder Erlöser halten.

Fliehen Sie
vor denen, die nur im Rahmen ihrer Organisation praktizieren und nicht in der Außenwelt.

Fliehen Sie
vor denen, die nur von Spiritualität reden, ohne sie wirklich zu praktizieren.

Quelle: Dies ist ein Teil aus einer Checkliste, die aus einem spirituell-psychologischen Buch von Selim Aissel stammt und von Ralph Nerbe aus dem Französischen ins Deutsche übersetzt wurde. Ich bitte die Autoren um Verständnis, das ich aus der Vielfalt ausgewählt und auch die Reihenfolge verändert habe.

Ich Bin Brigitte Chan*Ka*Rii aus dem Goldenen Licht und dies ist meine Wahrheit.