Sektenangst
Das Wort „Sekte“ ist negativ
belegt. Hier stelle ich meine Sichtweise dar. Sie ist ohne Bezug auf die vielen
Horrorgeschichten die über Sekten erzählt werden. Mein Ziel ist es die
diffusen Ängste zu beschreiben, die uns daran hindern das zu tun, was uns ein
Leben voller Wohlbehagen bescheren kann. Weit verbreitet ist die Angst
manipuliert zu werden, oder in die Fängen einer Sekte zu geraten.
Letztens hatte ich Kontakt zu
einem lieben Menschen. Sie erzählte mir, sie habe zusammen mit ihrem Lebensgefährten
meine Homepage besucht und er habe sofort gemeint, ich währe eine Sektiererin.
Im ersten Moment habe ich das als sehr lustig empfunden, denn ich bin davon überzeugt
das ich jedem Menschen seinen freien Willen lasse und diesen respektiere.
Als ich später bemerkte, das mich
die Aussage trotz des empfundenen, großen Vergnügens beschäftigte, fühlte
ich die Resonanz, die das Urteil eine Sektiererin zu sein in mir auslöste. Also
begann ich zu hinterfragen, was eine Sekte ist, und wodurch sie zur Sekte wird.
Nebenbei fragte ich viele meiner
Mitmenschen, was für sie eine Sekte ist. Ich rief auch bei dem „Referat
Sekten und Weltanschauung“ der katholischen Kirche an, denn ich mache mir
gerne ein ganzheitliches Bild. Es waren spannende Ansichten darunter.
Jetzt habe ich mir meine Meinung
gebildet und diese will ich Dir mitteilen. Aus der Vielfalt aller Informationen
ergibt sich für mich folgendes Bild:
Es gibt Gruppierungen, die gemäß
ihrer Glaubenslehre alles andere abwerten, oder verurteilen und das Wort
„Sekte“ dafür nutzen.
Es gibt Menschen, die sich
selbst ein diffuses Bild von Sekten gemacht haben, ohne dieses Bild zu
hinterfragen, denn das Wichtigste ist, man schützt sich „davor“.
Hinter allem steckt die
Sehnsucht nach Klarheit und Sicherheit.
Mir ist durch die Analyse klar
geworden, das ich auf viele Menschen aus der Ferne wie eine Sektiererin wirke
und das will ich akzeptieren, denn jedes geliebte Wesen darf sich seine
Erlebniswelt selbst gestalten.
Bleibt die Frage nach den Ängsten
selbst. Ängste sind für mich ein riesiges Thema mit komplexer Struktur. Als
ich Anfang des Jahres 2005 darüber eine Botschaft geschrieben habe, erkannte
ich, das ich noch viel mehr darüber lernen will, bevor ich meine Sichtweise veröffentliche.
In Bezug auf die „Sektenangst“
mache ich eine Ausnahme. Viele Menschen haben große Angst davor, dass ihnen
etwas eingeredet wird, das sie in eine schwer abzuschätzende „Gefahr“ bringt
und sie dabei ihr Seelenheil riskieren könnten.
Wir verfügen oft über ein
Halbwissen wie Menschen manipuliert werden, haben unsere Erfahrungen gemacht,
wie es ist, wenn uns ein anderer Mensch eingewickelt hat, zu seinem Vorteil und
zu unserem Nachteil, und haben uns geschworen, das wir beim nächsten mal besser
aufpassen wollen.
Das ist die Mischung, die uns vor
allem Unbekanntem/Neuem zurückschrecken lässt. Lieber bleiben wir bei unseren
bewährten/gewohnten Ansichten und wiegen uns in vermeintlicher Sicherheit, als
ein Risiko einzugehen und dabei verletzt zu werden, oder gar unser Seelenheil zu
verlieren.
Viele Jahre meines Lebens habe ich
ebenfalls ganz genauso gedacht. In meiner damaligen Erlebniswelt habe ich sehr
viel Kraft aufgewendet dem „lieben Gott“ gerecht zu werden. Meine inneren
Gefühle und Fragen, wie es denn zusammen passt, das ein liebender Gott so rachsüchtig
ist und so unverzeihlich über jede meiner Sünden Buch führt, unterdrückte
ich.
Sobald mir jemand etwas über
Selbstbestimmung erzählte, war es für mich ganz klar, das dieser Mensch vom
Teufel geschickt wurde, um mich zu versuchen – usw.
In mir war stets ein leises
Stimmchen, das mir von der Liebe erzählte, von Vertrauen und Glauben, das alles
in seiner Ordnung sei, aber auch dies wertete ich damals als unmöglich ab, denn
ich war davon überzeugt eine Sünderin zu sein...
Aus diesem Grunde kann ich heute
die vielen lieben Wesen die diese Auffassung leben wollen verstehen, und sie in
ihrem Glauben lassen. Meine Wahrheit ist eine andere und ich lebe meine
Wahrheit, verantworte sie selbst und stehe dazu.
Der Weg dahin war lang und
beschwerlich, denn ich habe es mir selbst sehr schwer machen müssen. Der Grund?
Ich habe als Kind den Satz verinnerlicht, das der leichte Weg direkt in die Hölle
führt!
Irgendwann in meinem Leben war ich
so verzweifelt auf der Suche nach meinem Weg, so hoffnungslos es jemals zu
schaffen, das ich mit meinen alten Sichtweisen brechen konnte. Ich prüfte meine
Glaubenssätze Stück für Stück und lernte zu unterscheiden, wann ich etwas
aus Gewohnheit nachplapperte, oder was ich wirklich aus meinem Innersten heraus
glauben konnte.
Ich bemerkte bei dem Studieren
vieler Bücher, das ich eigentlich nur das wirklich glaubte, was meiner inneren
Überzeugung entsprach. Alles andere vergas ich schnell, oder war mit Zwang
behaftet und löste in mir Zweifel und Wiederwillen aus.
Aus meiner Überzeugung heraus
weis niemand auf dieser Erde wirklich, was nach unserem Tode geschieht. Alles
was vertreten wird, sind Ansichten, Meinungen, Sichtweisen, Überzeugungen von anderen
Menschen, die diese mehr oder weniger überzeugend/wissenschaftlich
darstellen. Warum es trotzdem geglaubt wird, hat mit der Tatsache zu tun, das
wir Hoffnung brauchen um unser Leben als lebenswert erkennen zu können.
Wer sich mit den Philosophen
dieser Welt, ihrer Sichtweisen und die Ansichten der damals jeweilig
existierenden Meinungen der Gesellschaften beschäftigt hat, der wird meine
Sichtweise als das, was sie ist sehen – als meine eigene individuelle
Interpretation dessen, was ich in meinem Leben erfahren habe.
Genau so ist es mit dem Wort
„Sekte“. Die Bedeutung dieses Wortes ist für jeden Menschen
unterschiedlich. Sie unterscheidet sich ebenfalls von Land zu Land. Stellt man
einem Menschen die Frage, was denn eine Sekte sei, bekommt man ausweichende
Antworten. Stellt man die Frage „was macht für Dich eine Sekte aus?“ kann
man die Angst vor Manipulation sehr deutlich wahrnehmen.
Was gibt einem also die ersehnte
Klarheit und Sicherheit? Meiner Meinung nach das, was jeder für sich selbst als
wahr akzeptieren will. Was hindert uns daran, bewusst für uns allein zu
entscheiden, was wir als Wahrheit sehen wollen? Meistens der irrige Glauben, das
es nur eine einzige Wahrheit gibt und diese von Außerhalb meines Innersten
kommen muss.
Hinterfragt man jedoch gezielt die
Wahrheit, stellt man schnell fest, das jeder einzelne Mensch eine andere
Sichtweise auf die Wahrheit hat – eben seine eigene. Mit dieser Erkenntnis
kann man eine Menge anfangen. Sobald man bereit ist, die eigene Sicht auf die
Wahrheit als wahr annehmen zu wollen, ist die Abhängigkeit von der Meinung
Anderer viel geringer.
Es wird dadurch auch leichter
seine eigene Sichtweise zu vertreten, denn diese entspricht der eigenen, inneren Wahrheit.
Niemand kann Dich mehr manipulieren indem er/sie Dir sagt, was Deine Wahrheit
sein sollte, denn nur Du kennst sie!
Wir werden tagtäglich
manipuliert. Durch die Medien, durch unsere Sinne, durch unsere vorgefasste
Meinung über etwas, oder jemand. Wir manipulieren bewusst, oder unbewusst auch
unsere Umgebung. Selbst ein neugeborener Mensch manipuliert bereits seine
Umgebung, um das zu erhalten, was er zum überleben braucht.
Deshalb bin ich der Ansicht, das die Manipulation etwas ganz natürliches
ist, wovor man keine Angst haben muss. Es geschieht jeden Tag oft ohne das wir
es merken (z.B. in der Werbung, wer überprüft all die Behauptungen, die dort
aufgestellt werden?).
Deine Achtsamkeit sollte deswegen
weniger der Manipulation als solches, als viel mehr Deinem Wohlbehagen gelten.
Wirst Du zu etwas geführt, was dieses steigert, ist der Weg dahin doch egal –
oder?
Wodurch können wir also
Sicherheit bekommen? Durch die Kraft Deiner Selbstverantwortung. Sobald Du Dich
entschieden hast, das Dir Dein Wohlbehagen wichtig ist, werden die
Manipulationen die dem abträglich sind aufhören Dich zu beeinflussen. Du fühlst,
was von dem was Andere Dir mitteilen in Dir Wohlbehagen auslöst. Du wählst was
Du für Dich annehmen magst usw.
Bleibt die Gefahr vor dem
Unbekannten. Was habe ich zu befürchten, wenn ich mich wichtig nehme? Wann bin
ich ein Egoist? Wie wird meine Umgebung reagieren, wenn ich mich anders
verhalte? Kann es wirklich sein, das ich „richtig“ bin und meine Umgebung
„falsch“?
Was war mit dem Esel, der auf das
Eis ging, weil es ihm so wohl war? Was ist mit den Vögeln, die morgens pfeifen
und abends von der Katz gefressen werden?
Darf es mir wirklich gut gehen? So
vieles spricht dagegen.
Aus meiner persönlichen Sicht,
lebe ich die Überzeugung, das jeder Mensch das Recht hat sich wohl zu fühlen.
Aus der Sicht unserer Gesellschaft haben wir aus dem Recht zu Leben eine Pflicht
zu Leben gemacht – die Pflicht zu Leisten und unseren Verpflichtungen
nachzukommen. Daraus ergeben sich viele Gelegenheiten Andere zu unterdrücken
und Macht ohne Liebe zu leben.
Ich persönlich will der Freude am
Leben Ausdruck geben und mein Wohlgefühl ist für mich mein Leitfaden. Sobald
ich auf mich und meine Bedürfnisse achte, ist die Tür zur
Lebensfreude offen. Habe ich gelernt mich zu lieben wie ich bin, brauche
ich Andere nicht mehr schlecht zu machen, um gut dazustehen.
Lerne ich mich selbst zu
akzeptieren wie ich bin und höre auf mich zu richten und zu verurteilen, hat
die Liebe Raum zu erblühen. Du wirst sie ausstrahlen und plötzlich ist es
einfach seinen Nächsten zu lieben wie sich selbst. Hat die Lebensfreude in
Deinem Leben Raum erhalten, trägst Du die Freude in Dein Umfeld. Hast Du
verstanden, was Liebe wirklich ist, fühlst Du Dich Eins mit der Schöpfung.
Zurück zu der Frage Sekte, oder
nicht Sekte? Als Entscheidungshilfe biete ich Dir hier eine kopierte Liste von möglichen
Erkennungsmerkmalen an, die ich persönlich brauchbar, weil auf das ganze Leben
anwendbar, finde:
Fliehen
Sie
vor den Lehrern, die sich als "höhere, auserwählte oder erleuchtete
Menschen" ausgeben.
Fliehen
Sie
vor denen, die verlangen, dass Sie Ihre familiären oder sozialen Bindungen
abbrechen.
vor denen, die Ihnen verbieten sich mit den Menschen zu treffen, die Sie gerne
sehen möchten.
Fliehen
Sie
vor denen, die mit Drohungen arbeiten oder Ihnen Angst machen.
Fliehen
Sie
vor denen, die von Ihnen verlangen zu glauben und nicht zu verstehen und
nachzuprüfen.
vor denen, die behaupten alles verstanden zu haben und nichts mehr zu lernen
brauchen.
vor denjenigen, die sich selbst oder ihren Vertretern gegenüber absoluten
Gehorsam verlangen.
vor denen, die andere Wege schlecht machen.
vor denen, die nur ihre eigene Lehre für gut befinden.
vor denen, die Ihnen vorschreiben wenig zu schlafen und zu essen und Ihnen alle
möglichen Praktiken beibringen, die Sie körperlich schwächen.
vor denen, die von Ihnen verlangen zu beichten.
vor denen, die Ihnen Schuldgefühle einreden.
vor denen, die keinen Humor haben.
vor denen, die Ihnen das Paradies nach dem Tod versprechen, vor allem wenn Sie
dafür bezahlen müssen!
vor denen, die Ihnen die Hölle verheißen, wenn Sie sich nicht bekehren lassen.
vor denen, die stereotype Haltungen, gleiche Arten zu sprechen, sich zu setzen,
zu bewegen und zu kleiden annehmen.
vor denen, die sich für Propheten oder Erlöser halten.
vor denen, die nur im Rahmen ihrer Organisation praktizieren und nicht in der Außenwelt.
vor denen, die nur von Spiritualität reden, ohne sie wirklich zu praktizieren.
Quelle: Dies ist ein Teil aus
einer Checkliste, die aus einem spirituell-psychologischen Buch von Selim
Aissel stammt und von Ralph Nerbe aus dem
Französischen ins Deutsche übersetzt wurde. Ich bitte die Autoren um Verständnis,
das ich aus der Vielfalt ausgewählt und auch die Reihenfolge verändert habe.
Ich Bin Brigitte Chan*Ka*Rii aus
dem Goldenen Licht und dies ist meine Wahrheit.