Missachtung
Es gibt sicherlich viele Möglichkeiten
wie sich Missachtung ausdrücken lässt. In diesem Erlebnisbericht erzähle ich über ein eher nebensächliches Geschehen um eine
Kaffeetasse, und schenke Dir dabei meine Erkenntnis, das Realität aus Möglichkeiten
besteht und es einen Unterschied gibt zwischen Gefühl und Sein. Achte darauf,
wie Du Dir diesen Unterschied zu nutze machen kannst...
*
Es war ein Donnerstag Morgen und
ich saß schon einige Zeit in meinem neuen Schwebesessel im Wohnzimmer und
schaukelte mit Meister Seth arbeitend vor mich hin, als mein Mann mit den
Kaffeehumpen hereinkam.
Es wunderte mich etwas, dass er
mit meiner Kaffeetasse immer mehr auf mich zukam, denn es ist uns in den letzten
Tagen zur lieben Gewohnheit geworden vor
dem brennenden Kaminofen auf dem Boden sitzend unseren Kaffee zu genießen. Es
kam aber noch besser: erstens interessierte es ihn überhaupt nicht dass ich
arbeitete und zweitens wollte er meinen Humpen unbedingt auf dem Fenstersims, wo
bereits mein Tee stand, absetzen und er rügte mich dafür, dass ich dort immer
noch keinen Platz gemacht hatte.
Natürlich fühlte ich mich wieder
schuldig und bei einem Fehler ertappt, deshalb räumte ich maulend sofort einige
Dinge beiseite um der Kaffeetasse Platz zu schaffen. Allerdings fragte ich mich
die ganze Zeit innerlich, ob ich denn wirklich meinen Kaffee im Schwebesessel
trinken wollte. Ich ging davon aus, dass sich mein Mann in den zweiten Schwebesessel
setzen wollte und akzeptierte deshalb die übergestülpte Platzwahl.
Als ich aber sah, wie sich mein Mann
auf
seinen gewohnten Platz am Ofen setzte, war es mit meiner Akzeptanz vorbei. Ich
machte meiner Unmut luft: Welch eine Unverschämtheit, mir einen anderen Platz
aufzuzwingen, mich zu rügen, weil ich für die Kaffeetasse keinen Platz gemacht
hatte und dann noch zu seiner Rechtfertigung zu behaupten ich hätte dies so
gewollt...
Mein Mann ist immer noch mein
bester Spiegel! Wir begannen unser Käffchen zu trinken und es ergab sich ein
interessantes Gespräch mit seelischem Tiefgang. Dabei kam zur Sprache, dass
mein Mann angenommen hatte, ich wollte im Schwebesessel meinen Kaffee trinken. Da
ich mich an diesem neuen Platz in unserer Wohnung sehr wohl fühle, hatte es für meinen Mann so ausgesehen, als würde
ich meine Gewohnheit ändern.
Es gibt immer viele Möglichkeiten
und jeder von uns wählt aus, welche Möglichkeit für ihn jetzt die
Wirklichkeit ist.
Mein Mann sieht alles aus seiner
Erlebniswelt heraus und ist es sein Leben lang gewohnt so zu agieren, als gäbe
es nur diese eine Möglichkeit. Das ist vollkommen in Ordnung, sofern seine
Person allein davon betroffen ist. Kommt eine weitere Person hinzu, gelten die Möglichkeiten
deren Erlebniswelt als gleichberechtigt und gleichzeitig. Nun gilt es zu
wählen, welche Möglichkeiten dominieren, genau jetzt beginnt der
Eiertanz der Kommunikation. Werden die Möglichkeiten der weiteren Person
ignoriert, entsteht Missachtung.
In der Vergangenheit habe ich mir
andere Realitäten, Ideen, Programme, oder Rechtssysteme aufdrücken lassen.
Seit meinem letzten Wachstumsschub lebe ich mein Sein ein weiteres Stück
bewusster.
Als mir klar wurde, dass mein
wirkliches Sein in der Welt meines Mannes (wenn überhaupt) nur als Verzerrung
lebte, schrie ich ihm förmlich meine Existenz entgegen. Er bat mich etwas gemäßigter
zu sein, aber diesmal hatte ich die Kraft ihm zu sagen, dass meine gewählte
Lautstärke für mich genau die Richtige sei. Daraufhin hat er zum ersten mal
selbst für Abstand gesorgt, indem er das Wohnzimmer verlies und von dort die
Unterhaltung mit mir fortgeführte, bis sich meine Energien etwas beruhigt hatten.
In den folgenden intensiven Gesprächseinheiten
gab mir die Erkenntnis um meine Existenz viel Kraft und das Wunder geschah, ich
achtete mich selbst und so gelang es meinem Mann seinen Fehler zu erkennen. Danach fragte mich mein
Mann liebevoll, ob ich meine abgestrahlten Energien wieder aufgetankt hätte. Natürlich
hatte ich das vergessen! Ich fragte mich innerlich, wie ich wohl meine
Energien aufladen könnte und stellte mir meine Energiekörper vor, wie ich sie
mit einem Energiefilm überzog.
Exakt in diesem Moment konnte ich
ein Bild von meinen Schmerzkörper sehen und fühlen. Es war das Bild von einem
Menschen mit einer Haut, die aussah wie Verbrennungen 3. Grades. Keine Ahnung, warum ich je scharf
darauf war 'etwas' sehen zu können, denn es ist ein furchtbarer Anblick sich selbst und das
eigene Wundsein so offen und schonungslos zu erleben. Ich drückte meine Qual
durch den Satz ‚ich fühle mich so verletzt, kannst Du da etwas machen’ aus
und mein Mann kam etwas näher (Berührung geht da echt nicht) und meinte das
mir das bestimmt nicht gefällt, was er zu sagen hat.
Ich machte mich innerlich auf
alles mögliche Unangenehme gefasst als ich ihn sagen hörte „Du bist nicht
die Missachtung, Du bist das Gefäß, das die Missachtung fühlt“. Oh
es war phantastisch, denn es waren genau die Worte, die ich brauchte um den
Balsam für die Heilung meines Wundseins zu erzeugen. Schlagartig war aller Schmerz vorüber
und ich grinste meinen Mann voller Freude an. Die Heilung konnte so abrupt
geschehen, weil ich die ICH BIN-Formel
bereits verinnerlicht habe. Wir trennten uns in schönstem
Einvernehmen.
Mein Vergnügen stieg in
schwindelnd erregende Höhen, als ich weiter mit Meister Seth (aus dem Buch
‚Die Gegenwart der Meister’ von Jeanne Ruland) arbeitete und nochmals las,
wobei ich unterbrochen wurde:
Ich spanne den Bogen eurer Kraft bis zum Anschlag eures negativen Pols. Dann lass ich los. Die dabei entstehende Kraft löst Widerstand auf und schleudert euch in die nächste Spirale des Seins. Ich bin die aktiv treibende Kraft der Einweihung, das Feuer der Veränderung, der Pflug des Bodens und der Hüter des Wassers des Lebens. Unaufhaltsam sprenge ich die zu eng gewordenen Grenzen eures selbsterschaffenen Gefängnisses. Ich bin der Stein, der die Lawine ins Rollen bringt. Es gibt kein Zurück. Nur nach vorn, kein zurück, fordert die Kraft der Wandlung in neue Dimensionen.
Mein Vergnügen bestand darin,
dass ich durch das Erlebte exakt nachvollziehen und fühlen konnte, wovon
Meister Seth da spricht.
Nie zuvor in meinem Leben habe ich
die Missachtung so greifbar gefühlt und war mir selbst wert genug meine
Selbstachtung auszudrücken. Jetzt habe ich es verinnerlicht, ich existiere so wie ich bin, nicht so wie mich
andere sehen und/oder u.U. mir einreden wollen. Voller Spannung erwarte ich, was
ich durch
meine veränderte Wahrnehmung erleben werde.
ICH BIN Brigitte.